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Teile und herrsche…!


Bei der Auswahl von Systemen der betrieblichen Datenverarbeitung ist nach wie vor das Prinzip “viel hilft viel” das vorherrschende. Systeme werden nach der Prämisse ausgewählt, die Anforderungen von Pflichten- und Lastenheften erfüllen zu müssen, die nicht selten hundert und mehr Seiten haben. Den Markt für solche Systeme teilen sich inzwischen relativ wenige Anbieter mit “Lösungen” , welche über die Jahre einen immensen Funktionsumfang angenommen haben. Diese System lassen eigentlich – Betonung auf “eigentlich – keinen Wunsch mehr offen.

Dennoch sind die sogenannten “Insellösungen” (meist mit Microsoft EXCEL realisierte Anwendungen für spezielle Anforderungen) nicht nur nicht verschwunden, sondern erfreuen sich “bester Gesundheit”.
Der Witz “Was würde einem Unternehmen mehr schaden: Abschalten von Microsoft EXCEL oder des ERP-Systems? Antwort: MS-EXCEL” beschreibt eine traurige Realität.

Diese Inseln haben im wesentlichen zwei Ursachen. Entweder die vorhandene Funktionalität deckt, trotz allen Umfangs, nicht den gewünschten Bedarf oder die  Benutzeroberfläche ist nicht geeignet die Vorstellungen der Anwender zu erfüllen. Tragisch ist, dass es oft ausreicht, wenn die Benutzervorstellung und die angebotene Funktionalität / Benutzeroberfläche nur minimal voneinander abweichen.

Die Konsequenz, die man aus der Tatsache ziehen sollte dass solche Inseln, trotz aller Anstrengungen, nicht weniger, sondern in letzter Zeit eher wieder mehr werden ist eine mehrfache:

  • Betriebliche Datenverarbeitung sollte aus möglichst vielen, möglichst kleinen Einheiten bestehen. Diese Einheiten werden in der aktuellen Diskussion als Microservices oder Bundles bezeichnet.
  • Die Microservices (Bundles) sind im wesentlichen entweder für die Benutzeroberfläche (UI-Microservices), die Business-Funktionalität (Business-Microservices), die Datenverwaltung (Persistence-Microservices) oder die Kommunikation (Communication-Microservices) zuständig.
  • Für eine Anwendungsfunktion ist in der Regel mindestens ein UI-Microservice, ein Kommunikations-Microservice und ein Business-Mikroservice notwendig. Jeder Service wird konsequent nach der Prämisse, für den jeweiligen Anwendungsfall optimiert zu sein entwickelt. Übergeordnete Aspekte, Integration, Standardisierung spielen allenfalls eine untergeordnete Rolle (“nice to have”)
  • Eine Anwendung entsteht durch die Kombination solcher Mikroservices. Dabei kann der äußere Eindruck einer solchen Anwendung durchaus heterogen oder gar chaotisch sein. Wichtig ist letztlich nur, ob die Anwendung rationell ist, also keine unnötigen Kosten durch unnötigen Aufwand verursacht und ein Maximum an Benutzerzufriedenheit garantiert.

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